bejubelt, verfemt, verschollen ...
nach über einem halben Jahrhundert wiederentdeckt ...

»Nathan der Weise« zu Gast beim YOUNG EURO CLASSIC FESTIVAL 2010
20. August 2010 | 20.00 Uhr

Konzerthaus am Gendarmenmarkt | Berlin


Musik: Rabih Abou-Khalil (2009)
Mit Rabih Abou-Khalil (Oud), Michel Godard (Tuba), Jarrod Cagwin (Percussion)und dem Bundesjugendorchester - Nationales Jugendorchester der Bundesrepublik Deutschland unter der Leitung von Frank Strobel.

19 Uhr: KONZERTEINFÜHRUNG
Ort: Musikclub im Konzerthaus - Einlass mit Ticket zum Konzert um 20 Uhr.


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Termine

20. August 2010 | 20.00 Uhr
Young Euro Classic Festival 2010
Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Berlin


Eine Veranstaltung von Young Euro Classic in Kooperation mit 2eleven || zeitgenössische musik projekte und dem Bundesjugendorchester - Nationales Jugendorchester der Bundesrepublik Deutschland.
Mit freundlicher Unterstützung durch Deutscher Musikrat, Verein Freunde des Festivals Young Euro Classic, Axel Springer Stiftung und Goethe-Institut.



31. Mai 2010 | 23:30 Uhr
Ursendung auf ARTE



WELTPREMIERE DES FILMKONZERTS

24. Oktober 2009 | 20:00 Uhr
Philharmonie im Gasteig München

Musik: Rabih Abou-Khalil
Mit Rabih Abou-Khalil (Oud), Jarrod Cagwin (Percussion), Michel Godard (Tuba) und dem Bundesjugendorchester - Nationales Jugendorchester der Bundesrepublik Deutschland unter der Leitung von Frank Strobel.

Über den Film

Von Nina Goslar, ZDF


Nathan der Weise, D 1922, Länge: ca 122 Min. - restaurierte viragierte Fassung als HD-DVD in der Edition filmmuseum

Regie: Manfred Noa (1893-1930)

Darsteller: Werner Krauss (Nathan), Carl de Vogt (Tempelherr), Fritz Greiner (Saladin), Bella Muzsnay (Recha), Lia Eibenschütz (Sittah, Schwester des Sultan)

Der 1922 entstandene Film »Nathan der Weise« ist bis heute die einzige Verfilmung des großen Lessing-Dramas. Inszeniert wurde der Film von Manfred Noa, einem der talentiertesten jungen Regisseure der Weimarer Republik. Nathan lief ab 1923 erfolgreich in deutschen und ausländischen Kinos und erhielt vielerorts spontanen Szenenbeifall, an anderen Orten war er schon bei der Premiere Ziel organisierter antisemitischer Propaganda. Nach 1933 verschwand der Film völlig aus den Kinoprogrammen. Erst 1996 wurde die einzig erhaltene Kopie des Films im Staatlichen Russischen Filmarchiv wiederentdeckt und 2006 im Filmmuseum München sorgsam restauriert.

Regisseur und Produzent hatten den Ehrgeiz, einen publikumswirksamen Film zu machen. Die Hauptrollen sind mit Werner Krauß als Nathan und Carl de Vogt als Tempelherr prominent besetzt. Manfred Noa setzt die Geschichte in großen Szenen um; im Stil der monumentalen Historienmalerei des 19. Jahrhunderts baut er malerische Tableaus und inszeniert vor diesem Panorama kammerspielhafte Szenen von hoher Intensität.

Es entstand ein Film von ungebrochener Aktualität, der – die Inszenierung als Historienfilm mag das zunächst nicht vermuten lassen - einen durchaus modernen Blick auf Lessings ‚Dramatisches Gedicht’ aus dem Jahre 1779 wirft. Die Eckpunkte der Handlung bleiben dieselben, die Ring-Parabel steht im Mittelpunkt, der Appell am Schluss zur Toleranz ist da - und doch spricht aus dem Film eher Skepsis gegenüber der ordnenden Kraft menschlicher Vernunft und aufklärerischer Ideale. Noas Verfilmung lenkt den Blick auf die Gefährdungen von Lessings Toleranz-Utopie und thematisiert den Irrsinn der Glaubenskriege, in denen sich der Appell für Glaubensfreiheit fast als Wahnwitz ausnimmt (vgl. FAZ-Kritik vom 21.08.07).

Förderung und Sichtbarmachung des deutschen Filmkulturerbes


Ein dreiviertel Jahrhundert nach seiner letzten Kinovorführung soll mit diesem Vorhaben der Stummfilm »Nathan der Weise« im Rahmen eines sinfonischen FilmKonzertes erstmals wieder einem großen Publikum zugänglich gemacht werden. Als ein “Triumph der cineastischen Energie” und aus filmhistorischer Sicht als “ein Vorgriff auf die Hollywood-Ästhetik”[1], stellt er einen Meilenstein filmischen Schaffens aus der Zeit der Weimarer Republik dar, deren notwendige Aufarbeitung jüngst auch den Deutschen Bundestag beschäftigte: “Filme sind ein unersetzbarer Bestandteil des Kulturerbes. Sie sind Gedächtnisarchive und schaffen einen besonderen Zugang zu […] Hoffnungen und Utopien, zu Unabgegoltenem und Verdrängtem, zu einem immer wieder neu zu erschließenden Reichtum der historisch gewordenen Welt.”[2]

[1] Georg Seeßlen: Toleranz fürs Kino gerettet., DIE ZEIT Nr. 27 vom 28.06.2007, S. 44

[2] Deutscher Bundestag, Drucksache 16/8504: Auszug aus einem Antrag Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 12. März 2008

Musikalische Nachwuchsförderung


Die Kooperation mit dem Bundesjugendorchester als einer der wichtigsten Institutionen, die die nationale Orchesternachwuchsförderung aufzuweisen hat, soll einerseits durch die konkrete Arbeit an und mit der Musik von Rabih Abou-Khalil die jungen Musikerinnen und Musiker für die zeitgenössische Musik im Allgemeinen und die arabische Musikkultur im Besonderen sensibilisieren. Andererseits will sie in ihrer Außenwahrnehmung den Anspruch der Jugend auf eine friedliche Zukunft in Freiheit formulieren.

Toleranzappell


Der Film »Nathan der Weise«, 1922 unter der Regie von Manfred Noa bei der Münchner EMELKA produziert und ein halbes Jahrhundert verschollen geglaubt, ist eine der wichtigsten filmhistorischen Entdeckungen der letzten Jahre. Ein exzellentes Beispiel für politisch engagiertes Kino der frühen Filmgeschichte. Regisseur und Produzent des Films wollten einen ‚Film der Humanität’ mit einem Plädoyer für ein friedliches Zusammenleben der Religionsgemeinschaften und Völker schaffen. Angesichts der weltweit eskalierenden Konflikte zwischen den drei großen monotheistischen Religionen, die unsere Gegenwart in bisher nicht gekanntem Maße bestimmen, soll der Film im Rahmen sinfonischer FilmKonzerte auf eindrückliche und universal verständliche Weise für mehr Toleranz und Achtung der kulturellen und religiösen Vielfalt in einer globalisierten Gesellschaft werben.

Inspiration

»Der Krieg um die ‘Aneignung von Jerusalem’ ist heute der Weltkrieg. Er findet überall statt, er ist die Welt, er ist heute die singuläre Figur ihres ‘out-of-joint-Seins’.«[1]

Jacques Derrida



Peter Sloterdijk greift in seinem Opus »Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen«[2] quasi als “Warntafel” voranstellend die Äußerungen des im Herbst 2004 verstorbenen Jacques Derrida auf, “die auf eine besonders explosive semantische und politische Gefahrenstelle der heutigen Welt aufmerksam macht – auf jenen Nahen und Mittleren Osten, in dem drei durch Konkurrenz ineinander verzahnte messianische Eschatologien, wenn Derrida recht hätte, »alle Kräfte der Welt und die ganze ‘Weltordnung’ für den gnadenlosen Krieg, den sie sich liefern, direkt oder indirekt«, mobilisieren.”[3] Mit einem Rekurs auf Lessings Ringparabel, die Sloterdijk als Versuch der “Domestikation der Monotheismen aus dem Geist der guten Gesellschaft” sieht, begegnet er in seinem Buch der Intoleranz mit dem Plädoyer für eine wechselseitige Anerkennung des Nahen Ostens und Europas.

Es ist eines dieser Bücher, die uns nach vollbrachter Lektüre das gute Gefühl geben, in Einklang mit dem vom Autor vorgedachten Gedankengut, die gewesene Welt zu verstehen. – Alles wird gut! – Zumindest bis zum letzten Absatz der vorletzten Buchseite. Dort steht in bestechender Schlichtheit die Sloterdijk’sche Quintessenz und vermeintliche Lösung aller Probleme niedergeschrieben: “Die Kulturen zivilisieren sich gegenseitig”. Die ernüchternde Erkenntnis aus diesem Fazit ist, dass dieses alleine nicht zwangsläufig einen Weg aus dem Konflikt aufzeigt. – Wird es wirklich gut? – Spätestens in diesem Moment droht die soeben zart gewachsene Zuversicht im Schatten einer raumgreifenden Ohnmacht zu verkümmern. 

Einer schleichenden Ohnmacht sahen sich vermutlich auch Gotthold Ephraim Lessing und Erich Wagowski ausgesetzt. Beide auf unterschiedliche Weise in ihrer Existenz bedroht, formulierten mit ihren Mitteln einen Appell an die Vernunft und Toleranz: Lessing, der 1779 in Folge des als Fragmentenstreit[4] in die deutsche Diskursgeschichte eingegangenen Disputes mit dem hamburgischen Hauptpastor Johann Melchior Goeze sein dramatisches Gedicht “Nathan der Weise” schreibt; Erich Wagowski, der sich als jüdischer Filmproduzent im München der 1920er Jahre angesichts eines grassierenden Antisemitismus immer stärkeren Repressionen ausgesetzt sieht und mit der Verfilmung von “Nathan der Weise” auch ein politisches Signal setzen will (siehe hierzu S. 16 ff: “Der Fall »Nathan der Weise«”). So ist der 1922 unter der Regie von Manfred Noa produzierte Film heute ein exzellentes Beispiel für politisch engagiertes Kino der frühen Filmgeschichte.

Als ein “Triumph der cineastischen Energie” und aus filmhistorischer Sicht als “ein Vorgriff auf die HollywoodÄsthetik”[5], stellt er einen Meilenstein filmischen Schaffens aus der Zeit der Weimarer Republik dar, deren notwendige Aufarbeitung jüngst auch den Deutschen Bundestag beschäftigte: “Filme sind ein unersetzbarer Bestandteil des Kulturerbes. Sie sind Gedächtnisarchive und schaffen einen besonderen Zugang zu […] Hoffnungen und Utopien, zu Unabgegoltenem und Verdrängtem, zu einem immer wieder neu zu erschließenden Reichtum der historisch gewordenen Welt.”[6] Regisseur und Produzent wollten einen ‚Film der Humanität’ mit einem Plädoyer für ein friedliches Zusammenleben der Religionsgemeinschaften und Völker schaffen. Der “uralt moderne Film” zeigt deshalb nicht die Eleganz von Lessings dramatischer Lösung mittels eines großen Familienbandes, als kritischer “Toleranzschocker”[7] inszeniert er vielmehr die Verhältnisse und Gefahren, aus denen eine Lösung der Konflikte erwachsen muss.[8] Der Glücksfall »Nathan der Weise«, eine der wichtigsten filmhistorischen Entdeckungen der letzten Jahre, kann insofern als eine schicksalhafte zweite Chance gesehen werden, durch seine eindrückliche und universal verständliche Bildsprache den in unserer schnelllebigen Zeit oftmals vergessenen Traum von Utopia aus den corticalen Nischen unserer Gehirne wieder hervorzukehren.

Dies gelingt umso beeindruckender, als dass der Film durch die neue sinfonische Musik des deutschlibanesischen Komponisten und Oud-Spielers Rabih Abou-Khalil in geradezu kongenialer Weise in eine klangliche Gegenwart getaucht wurde. Rabih Abou-Khalil selbst ist inmitten des vom Bürgerkrieg gezeichneten Beirut aufgewachsen und im Alter von 20 Jahren nach Deutschland geflohen. Mit der Unausweichlichkeit der eigenen Biographie verwebt er arabische mit europäischen Spielweisen und Stilistiken, indem er monodische Leitmotive um harmonische Komplementäre abendländischer Prägung mäandern lässt. Dabei entsteht ein musikalisches Kraftfeld, aus dem das Bundesjugendorchester unter der Leitung des international gefragten Filmdirigenten Frank Strobel völlig neue orchestrale Klangfarben erwachsen lässt. Stellvertretend für ihre Generation werben die jungen Musikerinnen und Musiker von Deutschlands jüngstem Spitzenorchester durch ihre Mitwirkung für eine friedliche Zukunft in Freiheit.

Von Jean Cocteau stammt der Aphorismus: „Dem Schlaf enthoben, welkt der Traum“. Mit dem Projekt »Nathan der Weise. Eine filmmusikalische Toleranzinitiative« wollen die Initiatoren den Traum der Utopie und ein Stück weit in die Wachwelt tragen.

Thomas Schmölz


[1] Jacques Derrida, Marx’ Gespenster, Frankfurt am Main 1995. In: Peter Sloterdijk, Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen, Verlag der Weltreligionen im Inselverlag Frankfurt am Main 2007. Für seine perspektivenreiche und provokative Analyse wurde ihm 2008 der Lessing-Preis für Kritik überreicht.
[2] Peter Sloterdijk, ebenda.
[3] Jacques Derrida, Marx’ Gespenster, S. 87. In: Peter Sloterdijk, Frankfurt am Main 2007
[4] „Mit dem Titel Fragmentenstreit wird die bedeutendste theologische
Auseinandersetzung des 18. Jahrhunderts in Deutschland und die wohl wichtigste Kontroverse zwischen der Aufklärung und der orthodoxen lutherischen Theologie bezeichnet.“ (Quelle: Wikipedia) Es geht um die Schrift "Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes" von Hermann Samuel Reimarus, die Lessing als Leiter der herzöglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel in Auszügen als „Fragmente eines Ungenannten“ veröffentlicht, und sich daraufhin in einen mehrere Jahre andauernden Streit mit dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze verwickelt sah, der im Jahr 1778 für Lessing schließlich in einem generellen Publikationsverbot auf dem Gebiet der Religion mündete.
[5] Georg Seeßlen: Toleranz fürs Kino gerettet., DIE ZEIT Nr. 27 vom 28.06.2007, S. 44
[6] Deutscher Bundestag, Drucksache 16/8504: Auszug aus einem Antrag Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 12. März 2008
[7] Gerhard Stadelmaier: Wenn Gesten denn klingen können., FAZ
vom 21.8.2007, S. 37
[8] Vgl. ebenda.

Bundesjugendorchester - Nationales Jugendorchester der Bundesrepublik Deutschland


Der außerordentliche Standard des Bundesjugendorchesters resultiert aus der langjährigern kontinuierlichen Arbeit. Seit der Gründung des Orchesters durch den Musikpädagogen Dr. Peter Koch im Jahr 1969 treffen sich hochbegabte 14- bis 19-Jährige Instrumentalisten aus der gesamten Bundesrepublik, die ihre außergewöhnlichen Leistungen bereits bei verschiedenen Wettbewerben wie z. B. »Jugend musiziert« unter Beweis stellen konnten. Sie verzichten für die dreimal jährlich stattfindenden Arbeitsphasen sowie für anspruchsvolle Sonderprojekte auf Ferien und Freizeit. Dozenten aus Musikhochschulen und großen Sinfonieorchestern, wie den Berliner Philharmonikern, bereiten sie in den einzelnen Instrumentengruppen auf die Arbeit im Gesamtorchester vor. Die Orchestermitglieder sind den Umgang mit Dirigenten wie Gerd Albrecht, Heinz Holliger, Bernhard Klee, Kurt Masur, Heinrich Schiff und Mario Venzago gewohnt, und fordern sie durch den sich weit vom Routinebetrieb bewegenden Lernprozess, der sich aus Unterricht und künstlerischer Eigenverantwortung zusammensetzt.

Nach jeder Arbeitsphase scheiden ältere Mitglieder aus und jüngere kommen hinzu. So ist das Ensemblebild stets von neuen Gesichtern geprägt. Jedes Konzert des Bundesjugendorchesters hat deshalb auch künstlerisch und menschlich etwas Einmaliges, das Routine nicht zulässt, sondern für frische, von der jugendlichen Aura des Orchesters geprägte Interpretation sorgt. Auch ruft das Bundesjugendorchester mit seinen interessanten und vielseitigen Programmen internationale Begeisterung hervor. Doch die musikalische Qualifikation im Ensemble geht immer auch mit einer sozialen Hand in Hand. Bedenkt man, welche Trainingsmöglichkeiten für menschliche Konfliktsituationen, die über das rein musikalische hinausgehen, den jungen Musikern geboten werden, so mag man die Bedeutung erkennen, die das Bundesjugendorchester zu weit mehr als einer Nachwuchsförderung für Orchestermusiker werden lässt.

Seit einigen Jahren engagieren sich die jungen Musiker besonders im Rahmen grenzüberschreitender und zeitgeschichtlich bedeutender Projekte. Konzerte in Israel mit Gary Bertini, im ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt mit Gerd Albrecht gehören ebenso dazu wie die Gedenkkonzerte für die Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki mit dem Requiem von Mozart und Luigi Nonos »Sul Ponte die Hiroshima« unter der Leitung von Bernhard Klee. Eine USA-Tournee mit Kurt Masur anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der Berliner Luftbrücke zählt zu den weiteren Highlights. Auch diese Art von unkonventionellem Kulturengagement zeichnet das Bundesjugendorchester aus.

Seit der Gründung liegt die Trägerschaft des Bundesjugendorchesters beim Deutschen Musikrat. Von Beginn an haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Deutsche Stiftung Musikleben die Grundfinanzierung des Orchesters übernommen. Weitere Unterstützung erfährt es durch den Westdeutschen Rundfunk und die Daimler AG. Durch die Zusammenarbeit des Deutschen Musikrates mit dem WDR und anderen Rundfunkanstalten erscheinen regelmäßig CDs, die inzwischen zu einer beeindruckenden Dokumentation der Arbeit von Deutschlands jüngstem Spitzenorchester geworden sind.

Frank Strobel | Dirigent


(*1966, München)
Als ein Künstler, der sich bewusst zur Auseinandersetzung mit übergreifenden Genres und Stilarten der Musik bekennt, pflegt der 1966 in München geborene Dirigent Frank Strobel neben dem klassisch-romantischen Repertoire und der Musik des 20. Jahrhunderts mit großer Lust auch das weite Feld von "Musik und Film". Er leitete Uraufführungen von Werken der Komponisten Franz Schreker, Alexander Zemlinski und Siegfried Wagner sowie eine Reihe von Erst- und Uraufführungen jüngerer Werke des Musiktheaters. Eine besondere künstlerische Beziehung verband ihn mit Alfred Schnittke. 2003 leitete er die Uraufführung und Einspielung der Originalmusik zu "Alexander Newski" von Sergei Prokofjew, deren Originalpartitur er auch rekonstruierte. Dafür wurde Frank Strobel mit der höchsten zivilen Auszeichnung Russlands prämiert. Im Jahr 2006 dirigierte er in der Semperoper die Staatskapelle Dresden anlässlich der Wiederaufführung des “Rosenkavalier”-Films mit der Originalmusik von Richard Strauss. Neben seiner Konzerttätigkeit ist Frank Strobel als Filmdirigent international bekannt geworden. Er richtete Originalmusiken und Neukompositionen zu über fünfzig Stummfilmklassikern ein. Mit führenden europäischen Symphonieorchestern spielt er Musik für internationale Kino- und Fernsehfilme ein, sowie Werke anderer Genres für Rundfunk und Schallplatte. Frank Strobel wurde mehrfach mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Bis 1998 war er Chefdirigent des Deutschen Filmorchester Babelsberg. Seit dem Jahr 2000 ist Frank Strobel künstlerischer Leiter der von ihm mitgegründeten "Europäischen FilmPhilharmonie". Konzertreisen führten ihn in nahezu alle europäischen Länder sowie in die USA, nach Kanada, Mittel- und Südamerika als auch nach Asien. Er nahm an verschiedenen Festivals teil, u.a. an den Berliner und Wiener Festwochen. Frank Strobel lebt in Berlin.

Jarrod Cagwin | Percussion


(* 1974 in Iowa) ist ein US-amerikanischer Jazz-Perkussionist. Cagwin wuchs auf einer Farm in Iowa auf, nahm an zahlreichen regionalen und nationalen Wettbewerben für junge Musiker teil und erhielt 1992 ein Stipendium für ein Studium am Berklee College of Music, das er 1996 „cum laude“ abschloss. Er war dort Schüler von Jamey Haddad und Glen Velez und studierte 1995 an der York University in Toronto südindische Trommeltechnik bei Trichy Sankaran. Nach Abschluss des Studiums ging er nach New York, wo er u.a. in der Knitting Factory und dem Tonic auftrat und als Studiomusiker arbeitete. Ab 1997 unternahm er Konzert- und Studienreisen durch Europa, den Mittleren Osten sowie Nord- und Westafrika, wo er sich u.a. mit der Musik der Ewe, Ga, Ashanti, Mandinka und Berber befasste. Seit 1999 ist Cagwin Mitglied der Band von Rabih Abou-Khalil. Außerdem arbeitete er mit Charlie Mariano, Michel Godard, Dusan Gojkovic, Joe Beck, Joe Lovano, Dave Samuels, Gabriele Mirabassi, Emmanuelle Somer, Howard Levy, Gary Burton und anderen.

Rabih Abou-Khalil | Oud


(* 17. August 1957 in Beirut, Libanon), Komponist, Oud-Spieler und Jazz-Musiker, studierte arabische und westliche Musik an der Beiruter Kunstakademie. 1978 flüchtete er vor dem libanesischen Bürgerkrieg nach München, wo er Querflöte bei Walter Theurer studierte. Sein Hauptinstrument blieb aber der Oud, die orientalische Kurzhalslaute (Vorläufer der europäischen Laute, Begriffsherkunft arab.: al’ oud). Basis seiner Spielweise ist arabische Musiktradition, die er mittels Improvisation als moderne Musikspielweise weiterentwickelt und die er erfolgreich auch in einen Jazzkontext zu stellen vermag. Er arbeitet bevorzugt mit „Grenzgängern“ zusammen wie dem Kronos Quartet, dem Ensemble Modern und dem Balanescu Quartett sowie Jazzmusikern wie Charlie Mariano, Kenny Wheeler, Joachim Kühn und dem Weltmusiker Glen Velez. Seit den 1990er Jahren nimmt er weltweit an großen Jazzfestivals teil. 2002 erhielt er eine Ehrenurkunde zum Preis der deutschen Schallplattenkritik für sein Gesamtwerk. Seit 2003 tritt er in einer Formation mit Michel Godard, Gabriele Mirabassi, Luciano Biondini und Jarrod Cagwin auf, zu der seit 2004 auch der sardische Sänger und Saxophonist Gavino Murgia tritt. Im Jahr 2006 realisierte er seine erste große sinfonische Musik mit dem BBC Concert Orchestra.

Michel Godard | Tuba


(* 1960 in Héricourt, Haute-Saône) studierte klassische Musik (Trompete) am Musikkonservatorium in Besançon und Paris. Auf der Suche nach Einspielungen von Musik mit Tuba stieß der auf die Schallplatte „Bush Baby“ mit Bob Stewart, Tuba, und Arthur Blythe (Saxofon). Nach Godards Bericht war das der Einstieg in den Jazz und die Improvisierte Musik. Er war von 1988 an Mitglied des Philharmonischen Orchesters von Radio France. Von 1989 bis 1991 spielte Godard im Orchestre National de Jazz unter Claude Barthélémy. Weiterhin gehörte er verschiedenen weiteren Ensembles an wie dem Französischen National Orchester, dem Ensemble Musique Vivante, dem Ensemble Jacques Moderne, dem Ancient Music Ensemble La Venice und „XVIII-21Musique de Lumieres“ und dem „Arban Chamber Brass" Quintett. Michel Godard ist heute ein besonders profilierter europäischer Jazzmusiker, der als einer der ersten auf der Tuba mehrstimmige Spieltechniken (Multiphonics) einsetzte, auch zeitgenössische und Alte Musik spielt und in sehr unterschiedlichen Ensembles und Besetzungen auftritt sowie Platten aufnimmt. Ungewöhnlich ist, dass Godard außer der Tuba auch Serpent, den Vorläufer der Tuba, (seit 1979) spielt. Michel Godard lebt im Städtchen Monthyon (bei Meaux, Frankreich).

Impressum

Gesamtproduktionsleitung und Konzept
Thomas Schmölz

Produktionsleitung BJO
Sönke Lentz

Redaktion ZDF
Nina Goslar

Redaktion Deutschlandradio Kultur
Stefan Lang

Filmwissenschaftliche Projektleitung
Stefan Drössler (Filmmuseum München)

Projektleitung der Begleitausstellung "Nathans Ende"
Matthias Hanke, Birka Siwczyk (Arbeitsstelle für Lessingrezeption Kamenz)
Fotos: © Peter Voigt/SUB Hamburg

Redaktion online
Thomas Schmölz

Medieninhaber
2eleven zeitgenössische musik projekte e.K.
Schwarzwaldstrasse 13
D-79117 Freiburg

Email: info@2eleven.de
Website: www.2eleven.de

Sitz der Unternehmung: Freiburg
Amtsgericht Freiburg im Breisgau
HRA 701552

Umsetzung
schulz . zedenow mediacreation GbR
Gustav-Müller-Str. 7
D-10829 Berlin

E-Mail: info [at] szmediacreation.de
Web: www.szmediacreation.de

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