Voller Erfolg, und es geht weiter ...
07.11.2009 21:03 - Thomas Schmölz
Standing Ovation und ein nicht endender Applaus: Die Uraufführung des Stummfilmprojektes „Nathan der Weise“ in der Philharmonie am Gasteig war ein voller Erfolg. Vor gut besuchtem Haus überzeugte die Komposition von Rabih Abou-Khalil (auch Oud), die dieser für den 1921 entstandenen Stummfilm „Nathan der Weise“ geschrieben hatte, ebenso sehr, wie die Interpretationen der Solisten Michel Godard (Tuba), Jarrod Cagwin (Percussion) und nicht zuletzt des Orchesters unter der Leitung von Frank Strobel. Die mehr als 1.300 Gäste waren schier aus dem Häuschen, ein anhaltender Applaus und „Bravo“-Rufe belohnte die Musiker für eine Woche intensiver Probenarbeit, die aber, so der Orchestervorstand Tobias „extrem viel Spaß gemacht hat! Ich glaube, wir alle hätten nie gedacht, dass solche Musik so spannend sein kann. So nah, sind wir solchen Klängen noch nie gewesen – wir haben extrem viel gelernt.“
Wie gut die Musiker inzwischen aufeinander eingespielt waren, zeigte sich nicht zuletzt an einer kleinen Panne, die aber dank der guten Reaktion aller Beteiligten von kaum einem Zuschauer bemerkt wurde: Bei der Überspielung des Films auf das benötigte Format hatte sich ein Komprimierungsfehler eingeschlichen, weshalb es auf dem Monitor des Dirigenten und der Leinwand zu einem 5-sekündigen Aussetzer im Film kam. Die Musiker, die während des Musizierens vom Film kaum etwas sehen konnten, nahmen jedoch Frank Strobels Gesten sofort auf und sprangen gekonnt an die Stelle, die der Dirigent ihnen per Fingerzeig zuwies. So konnte die Musik synchron zum Film weiterlaufen und zeitgleich beendet werden.
Auf dem anschließenden Empfang herrschte erwartungsgemäß pure Euphorie: „Dieses Orchester ist wirklich einmalig!“, sagte der Komponist Rabih Abou-Khalil und Dr. Gottfried Langenstein, ARTE-Präsident und Direktor Europäische Satellitenprogramme des ZDF, pflichtete ihm bei. Was die Musiker besonders erfreute: In der Begrüßungsansprache hatte Dr. Gottfried Langenstein bereits durchklingen lassen, dass „dieses „Projekt eine Fortsetzung finden muss!“. Demnach gibt es bereits Planungen, die das Orchester im kommenden Jahr zu einer Konzerttournee nach Boston und Washington führen soll. Desweiteren ist ein Gastspiel in Osteuropa und weiteren östlichen Ländern angedacht. Die „Toleranzinitative“ wird hier wie dort in jedem Fall Spuren hinterlassen.